//Gaudeamus-Hütte//

Berichte

Ein Treff mit Franz Beckenbauer

Es war ein schöner Nachmittag auf der Hütte. Die Sonne schien, wir kamen mit der Arbeit zügig voran, das Team verstand sich vortrefflich. Gibt es eigentlich noch eine Steigerung? Wir glaubten nicht, dass dies möglich sei,....bis mir ein Gast erzählte: „ da unten auf der Terrasse sitzt Franz Beckenbauer.“

Ein erster Blick aus dem Fenster hinunter zeigte mir nur einen Herrn mit Strohhut. Ich konnte keine Ähnlichkeit erkennen und ging wieder meiner Arbeit nach. „Was sucht auch der Kaiser Franz auf unserer Hütte?“ Es ließ mir aber doch keine Ruhe und ich ging hinunter auf die Terrasse. Tatsächlich! Es war Franz Beckenbauer im normalen Wanderer-Outfit. Natürlich begrüßten wir ihn und kamen ins Gespräch.

Dabei stellte es sich heraus, dass er früher öfters unsere Hütte besuchte und auch unseren früheren Hüttenwirt kannte. Er äußerte sich positiv über die Umbaumaßnahmen und nahm auch anerkennend unseren Arbeitseinsatz mit all den freiwilligen Helfern wahr. Kurzum, der Franz war umgänglich, freundlich und gesprächig und für uns alle ein Gewinn. Selbstverständlich wurden auch Autogrammwünsche für die Enkelkinder erfüllt.

Einer von uns bekam von allem nichts mit. Bernhard war wohl nur 3m entfernt, aber so in seiner Arbeit vertieft, dass er von allem nichts bemerkte. Entsprechend groß war dann seine Überraschung: „Sog amoul, Du bist doch dar Beckenbauer?“ Beide waren dann so von sich angetan, dass sie sich eine weitere Viertelstunde unterhielten. Zum Abschluß bemängelte Bernhard sogar den geringen Bierkonsum von Franz, mit Hinweis auf seinen Werbespot mit Erdinger-Weißbier. Er nahm ihm dies nicht übel.

An diesem Nachmittag gab es also doch noch eine Steigerung.

Hans-Rolf Brückler


Rasselbande macht Wilden Kaiser
unsicher - 21. Juni 2008

Mittlerweile ist es schon Tradition geworden, dass die Familiengruppe unter Führung von Gisela und Wolfgang Baum für das Sonnwendfeuer an der Gaudeamushütte zuständig ist.

So trafen insgesamt 12 Kids und 13 Erwachsene bei vielversprechendem Wetter am Freitagabend auf der Hütte ein. Gott-sei-Dank hatten Anni und Martin extra für die Fussball-EM einen Fernseher im Nebenraum aufgestellt, denn sonst hätten ja einige Große und Kleine etwas sehr wichtiges (?!) verpasst.

Noch am Abend musste ein neuer Plan für den nächsten Tag geschmiedet werden, weil Richtung Ellmauer Tor ein großes Altschneefeld von den späten Schneefällen im April zurückgeblieben war. So beschloss die Führungscrew, dieses Jahr nochmals den Jubiläumssteig zu gehen. Die neuen „Kleinen“ waren von der Wegführung am Fels begeistert und lernten dabei, mit der Klettersteigausrüstung umzugehen; die schon etwas erfahreneren (leicht unterforderten) Halbwüchsigen hatten nicht weniger ihren Spaß dabei (und den ursprünglich anvisierten Hinterer Goinger Halt gibt es ja schließlich auch noch im nächsten Jahr).

Am Nachmittag war dann die Gestaltung des Gaunerschlupfes“ angesagt. Erläuterung: Das ist der alte Eselsstall der „Gaudi“-Hütte, der als Spielhütte für Kinder hergerichtet wird. Bewaffnet mit Pinsel und Farbe gestalteten sie Mobiliar auf kindgerechte Art und Weise. Einige Jungs zogen es jedoch vor, sich auszuruhen oder Feuerholz für das Sonnwendfeuer zu sammeln (männliche Gene!).

So erstrahlte nach Einbrechen der Dunkelheit für die Gäste wieder der Schein eines passablen Lagerfeuers und die schon obligatorischen Getreideküchlein von Gisela schmeckten unserer Gruppe auch wieder hervorragend.

Nach geruhsamer Nacht und gemütlichem Frühstück konnten die Kids sowie mutige Eltern dann am Sonntagvormittag noch ihre Kletterkünste, je nach Lust und Können, am Felsen ausprobieren. Verschiedene Schwierigkeitsgrade in der Nähe des Bergsteigergrabes waren dafür optimal geeignet.

Alle Teilnehmer waren sich beim Abstieg von der „Gaudi-Hütte“ darüber einig, dass wir ein tolles Wochenende in den Bergen verlebt hatten und bestimmt im nächsten Jahr wieder dabei sein werden.
Paula Ebert


Sektionsfahrt 2008 - Gaudeamus Hütte
oder Wochenend-Trip mit Hinternissen

Bei einer Rast während der Kreuzberg Wallfahrt hört ich, wie Walter (Appel) die Werbe-trommel für eine DAV Sektionsfahrt in den Wilden Kaiser rührte. Diese Erzählungen machten mich neugierig und ich fragte ihn, ob da auch Nichtmitglieder mitfahren können. Er willigte ein und ich konnte sofort feststellen, dass ich in diesem Verein gut aufgehoben bin.

Wie schon erwähnt: Wochenend-Trip mit Hinternissen…

Walter hatte alles organisiert, sogar wie ich von Karlstadt nach Marktheidenfeld kommen sollte. Doch die drei Herren, die den Auftrag hatte mich am Kinoparkplatz mitzunehmen wussten offensichtlich nicht, wo sich der Parkplatz befindet und ließen mich einfach in Mühlbach stehen. Was hatte ich falsch gemacht ? ?? Aber trotz allem konnte ich doch noch mitfahren, denn der Busfahrer hatte Mitleid mit mir und holte mich in Mühlbach mit dem Bus ab. Es war mir schon etwas peinlich, wie der Bus angerollt ist.

Während der Fahrt lernten wir uns kennen und wir mussten sehr viel darüber lachen. Gegen 22:00 Uhr sind wir in stockdunkler Nacht am Parkplatz Wochenbrunner Alm angekommen. Martin war mit dem Auto herunter gekommen um uns von dem schweren Gepäck zu befreien. Mit soviel Service hatte ich nicht gerechnet. Ich bin noch nie bei Dunkelheit zu einer Hütte aufgestiegen, doch für mich war dies der Mühe wert. Zur Begrüßung gab es zu meiner Überraschung für jeden einen Schnaps und für gute Bekannte ein Küsschen.

Trotz der späten Stunde gab es noch etwas zu Essen und Trinken. Gemütlich saßen wir einige Zeit zusammen und noch an diesem Abend haben sich Gruppen verabredet um am Samstag gemeinsam eine Tour zu gehen. Walter informierte uns, dass alle Übergänge mit Schnee bedeckt sind. Oje, was immer das für mich hieß… Schnee ja o.k. aber Übergänge?? Als unerfahrene Kraxlerin war das für mich ein besonders Erlebnis, dies alles mitzuerleben. Ich war gespannt was da auf mich zukommt.

Am Samstag morgen nach dem Frühstück machten wir uns trotz leichten Nebel auf dem Weg übers Klammel zur Gruttenhütte. Walter gab das Tempo so vor, das ich als Neuling gut mithalten konnte. Nach einer kurzen Rast in der Gruttenhütte ging es weiter. Es dauerte nicht lange und wir erreichten die Schneegrenze. Der Schnee wurde immer höher und wir stiegen höher und höher in Richtung Kopftörl Grad. Die Aussichten wurden ebenfalls immer schöner. Dem Himmel so nah zu sein, war für mich eine wunderschöne Erfahrung. Auf einmal hieß es jedoch: „Alle stehen bleiben“. Der Schnee lag nun so hoch, dass Walter erst einmal den Weg nach oben alleine erkunden wollte. Als er zurück kam schlug er vor, hier zu drehen, da die Schneelage noch schlechter wurde und uns der Abstieg ja auch noch bevor stand.

Wieder an der Gruttenhütte angelangt gab es endlich was zum Essen. Dann ging es weiter mit dem Abstieg, aber für mich fing´s hier erst richtig an. Der Jubiläumssteig stand noch auf dem Programm. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich über solche, fast unwegsame Pfade gehen kann. Dank meiner Begleiter war das fast ein Kinderspiel. Der Steig war super und die Aussichten von dort waren traumhaft Von weiten hörten wir Musik und Walter sagte mit grinsendem Gesicht: „… das ist Werner aus Zellingen, der Abend ist gerettet“. Mit einem Berg Heil bedankte sich Walter bei der Gruppe für das gute Gelingen der Tour. Bei Gesang, sehr gutem Essen und guter Laune haben wir den Tag dann ausklingen lassen.

Am Sonntag bei herrlichem Sonnenschein haben wir gemeinsam mit der Sektion Sankt Veith die Bergmesse gefeiert. Anschließend ging es wieder zu Anni und Martin. Die Einen machten Frühschoppen und Andere noch eine kleine Tour. Gegen 14:30 Uhr machten wir uns alle auf den Weg zu unserem Bus. Bei strahlendem Sonnschein nahmen wir Abschied vom Wilden Kaiser. Die Heimfahrt war ebenso angenehm wie die Hinfahrt. Meinen Dank richte ich an denjenigen, der dieses Wochenende organisiert hat, an die Familie Leichtfried mit ihrem Team und natürlich an unseren Busfahrer Sebastian, der uns wieder gesund nach Hause gebracht hat.

Es war für mich ein wunderschönes Wochenende, doch leider musste ich feststellen, das trotz der großen Mitgliederzahl des Vereins nur 25 Personen bereit waren, das Angebot wahrzunehmen. Schade, schade…, ihr wisst gar nicht was Euch da entgeht.

Andrea Hartmann